Woher kommt die Bezeichnung „Rolfing“?
Rolfing Strukturelle Integration wurde in den 1950er-Jahren von Ida Rolf entwickelt. Dabei ließ die promovierte Biochemikerin Kenntnisse aus unterschiedlichen Bereichen wie Homöopathie, Osteopathie, Chiropraktik, Yoga, Alexandertechnik und auch Korzybskis Arbeit über Bewusstseinszustände miteinfließen.
„Ein Mensch, dessen Körperstruktur im Lot ist, ist ein zufriedener und glücklicherer Mensch ist.“
Was bedeutet „strukturelle Integration“?
Der Mensch ist in einzelne Segmente wie Kopf, Brustkorb, Becken und Beine unterteilt. Und diese wiederum in Untersegment wie Schädel, Unterkiefer, Halswirbelsäule, innere Organe usw. All diese Segmente stehen miteinander in Beziehung, das heißt, sie beeinflussen sich gegenseitig.
Rolfer analysieren deswegen genau, wie die einzelnen Segmente angeordnet sind und zueinander stehen, um dann den gesamten Körper neu zu justieren. Dieser soll dann wieder im Gleichgewicht mit der Schwerkraft stehen – aufrechter, entspannter und effizienter.
„Oft liegt da, wo sich der Schmerz zeigt, nicht die Ursache.“
Wobei hilft Rolfing?
Ob bei Schmerzen, Verspannungen, Fehlhaltungen oder Regeneration nach Operationen – Rolfing unterstützt bei allen Themen, die sich durch den Körper ausdrücken.
„Rolfing ist keine reine Körpertherapie, es wirkt auf einer tiefen Ebene und bringt einen auch näher zu sich selbst.“
Wie läuft eine Rolfing-Sitzung ab?
Für mich ist es sehr wichtig, ein ausführliches Vorgespräch mit den Klienten zu führen. Informationen zu Beruf, sportlichen Aktivitäten, Unfällen oder Operationen sind wichtige strukturbildende Faktore. Danach sehe ich mir den Gang und die Körperhaltung meines Klienten an. Als erfahrener Rolfer kann ich mich dabei auf meine feine Wahrnehmung und auf meinen geschulten Blick verlassen. Dann arbeite ich am Bindegewebe (Faszien) und löse Verspannungen und „Verklebungen“. Im Rolfing wird vor allem mit der Handfläche gearbeitet – langsam, gleitend und vor allem fühlend. Auch Unterarm, Ellbogen und eine offene Faust kommen zum Einsatz. Es wird nach und nach der gesamte Körper neu justiert.
Wie viele Rolfing-Sitzungen sind üblich?
Bewährt haben sich 10 Sitzungen zu jeweils einer Stunde.
Sitzung 1: Ich mache mir ein erstes Bild über den Klienten und seinen Körper und stelle fest, wo die Schwerpunkte liegen.
Sitzung 2: Die Füße stehen im Mittelpunkt, da sie ein wichtiger Teil des Systems und für das Gleichgewicht zuständig sind.
Sitzung 3: Der Fokus liegt auf der Seitenlinie vom Ohr über Schulter – Becken – Hüfte – Knie bis zum Sprunggelenk. Dabei liegt der Klient Patientin seitlich.
Sitzung 4: In dieser beschäftige ich mich den Beinen, den Adduktoren und dem Becken.
Sitzung 5: Becken, Bauch, Rippenbogen, Zwerchfell und Hüftbeuger stehen im Mittelpunkt.
Sitzung 6: Ich widme mich dem Rücken und dem Kreuzbein.
Sitzung 7: Kopf, Hals und Hände werden ins Lot gebracht.
Sitzungen 8-10: In den letzten Rolfing-Sitzungen geht es darum, alles zusammenzuführen und praktisch anzuwenden, was der Klient bisher erfahren und gelernt hat. So werden bisherige Veränderungen stimmig, stabil und alltagstauglich.