Was ist Manuelle Lymphdrainage?

Mit dieser Technik wird das körpereigene Lymphsystem unterstützt. In unserem Gewebe entstehen durch verschiedene Prozesse wie etwa Stoffwechsel, Immunreaktionen oder Entzündungen Schlackstoffe („lymphpflichtige Last“), die unser Körper nicht braucht und abbaut.

Wie funktioniert unser Lymphsystem?

Das Lymphsystem ist neben dem venösen System des Blutkreislaufs ein zweites Abflusssystem im Körper. Es transportiert Stoffe ab, die wegen ihrer Größe nicht über die Blutgefäße abfließen können. Dazu gehören Eiweiße, Fette, Zellreste, Umweltgifte, Viren und Bakterien.

Lymphdrainage - Sasha Nicola

Kleine Moleküle werden über die Blutkapillaren abtransportiert, größere über die Lymphgefäße. Die Lymphe wird in den Lymphknoten gefiltert. Diese wirken wie biologische Filter und unterstützen das Immunsystem.

Es gibt oberflächliche Lymphgefäße in und unter der Haut sowie tiefe Lymphgefäße in Muskeln, Gelenken und Organen.

Die Lymphgefäße können sich selbstständig zusammenziehen und so die Lymphflüssigkeit weitertransportieren. Manuelle Lymphdrainage regt diesen Transport zusätzlich an.

„Manuelle Lymphdrainage fördert die Heilung, wirkt abschwellend, entspannend und schmerzlindernd.“

Wobei hilft Lymphdrainage?

Manuelle Lymphdrainage wird bei verschiedenen Erkrankungen und Beschwerden eingesetzt. Dazu gehören Lymphödeme, Phlebödeme, Lipödeme sowie traumatische und postoperative Ödeme, zum Beispiel nach Zahn- oder Kieferbehandlungen, Knie- oder Hüftoperationen.

Sie wird außerdem bei Arthrose, rheumatischen Erkrankungen und dem Sudeck-Syndrom angewendet.

Im kosmetischen Bereich kommt sie bei Akne, Narben und Schwangerschaftsstreifen zum Einsatz.
Im orthopädisch-chirurgischen Bereich hilft sie unter anderem bei Schleudertrauma, Verbrennungen und nach großen Gelenkoperationen.

Auch in der Gynäkologie (z. B. bei Mastodynie oder Stillproblemen) sowie in der Neurologie (z. B. nach Apoplex oder bei MS) wird sie eingesetzt.

Darüber hinaus unterstützt sie die vegetative Umstimmung, etwa bei Stress, Burnout oder während einer Fastenkur.

 

Wie läuft eine Lymphdrainage-Sitzung ab?

Eine Sitzung beginnt mit einem kurzen Gespräch über Beschwerden, Vorerkrankungen und Ziele der Behandlung. Danach liegen Sie entspannt auf der Behandlungsliege.

Ich arbeite mit sanften, rhythmischen und kreisenden Bewegungen auf der Haut. Der Druck ist sehr leicht – es wird nicht kräftig massiert. Zuerst werden meist die zentralen Lymphknoten (z. B. am Hals oder in der Leiste) angeregt, danach die betroffenen Körperbereiche behandelt.

Die Behandlung dauert in der Regel 30 bis 60 Minuten.
Im Anschluss kann – je nach Befund – ein Kompressionsverband oder eine Bandagierung angelegt werden.

Die Lymphdrainage wirkt abschwellend, entspannend und unterstützt den Abtransport von Gewebsflüssigkeit.